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Mobirise


Satellit

Am Telefon Sagt Man Nix | Fortsetzung*  
in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Termin: 28.08. - 12.09.2021
Ort:  Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Adresse: Genslerstraße 66,  D-13055 Berlin
Eintritt: frei
Weitere Infos:  hier

*im Auftrag der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Der “Satellit” ist eine adaptierte Fortsetzung der Audio-Installation "Am Telefon Sagt Man Nix" für die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. 


Die Installation „Am Telefon Sagt Man Nix“ wurde 2016 erstmals in einem ehemaligen Grenzwachturm unweit des Potsdamer Platzes in Berlin gezeigt ( Infos & Video zur Ausstellung 2016 ). An einem der Telefonhörer wählt sich die Künstlergruppe sporadisch in die Leitung ein und verwickelt Besucher in ein Gespräch. 

Diese Installation präsentiert originale, vom Staatssicherheitsdienst der DDR, kurz Stasi, abgehörte Telefonate. Zu hören sind private Gespräche zwischen Bürgerinnen und Bürgern der DDR. Auch Gespräche mit ihren Angehörigen in West-Deutschland sowie Anrufe beim Ministerium für Staatssicherheit der DDR wurden festgehalten. Die Stasi hat die Gespräche in den 1980er Jahren heimlich aufgezeichnet. Zum Teil sind sie erstmals im Rahmen dieser Kunstaktion veröffentlicht. Zum Schutz der Privatsphäre aller Betroffenen sind die Stimmen verfremdet und persönliche Informationen unkenntlich gemacht.

Die authentischen und seltenen Tonaufnahmen dokumentieren dennoch eindrücklich, was Überwachung bedeutet: Überwachung ist nicht nur die objektive Erhebung von Informationen. Daten erzählen immer ganz eigene Geschichten über unseren privaten Lebensalltag. Sie unterliegen der Interpretation derjenigen, die sie anhören. Wir bewerten, wir deuten, wir schätzen ein. Und auch wenn wir die Menschen, deren Stimmen wir hier hören, niemals kennenlernen werden, so sind wir doch für einen Moment Teil ihrer intimen Lebenswelt. Die Aufnahmen haben 30 Jahre überdauert und an ihrer Brisanz nichts verloren. Sie bezeugen, was passiert, wenn Demokratie nicht mehr existiert und Bespitzelung und Unterdrückung an der Tagesordnung stehen. Und wie geht es uns heute dabei, wo wir doch so bereitwillig massenhaft Wissen über unsere Shopping-Gewohnheiten, Fitnessaktivitäten oder Freundeskreise bekannt geben? Werden auch diese Daten, die Zeit überdauern und irgendwann, irgendwo ganz woanders öffentlich präsentiert werden? 


Telefonüberwachung in der DDR

In der DDR besaßen nur sehr wenige Haushalte ein Telefon. Selbst zur Wiedervereinigung verfügte nur jeder fünfte über einen Fernsprechapparat. Die analoge Überwachung war sehr aufwändig und dennoch bei der Stasi eine willkommene Methode, Regimegegner, Mitglieder liberaler Bürgerbewegungen oder Ausreisewillige auszuspionieren. Dass Telefonleitungen abgehört wurden, war ein offenes Geheimnis. Deshalb galt: Am Telefon sagt man nix. 


Die Initiatoren

Die Installation ist das gemeinsame Projekt der Gruppe ÜB3R. ÜB3R sind Stefanie Kinsky und die Brüder Pascal Wiedenmann und Paul F. Wiedenmann. Gemeinsam arbeiten sie an Installationen, Designs, Texten, Kampagnen, Konzept- & Aktionskunst.




( english below





Infos:
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
https://www.stiftung-hsh.de/?locale=de_DE

Wiederholungen:
auf Anfrage möglich

The "Satellite" is an adapted continuation of the audio installation "Am Telefon Sagt Man Nix" ( engl. "One does not say anything on the phone" ).

The installation "Am Telefon Sagt Man Nix" was shown for the first time in 2016 in a former watchtower not far from Potsdamer Platz in Berlin ( more Information & Video here). 

This installation exhibits original calls intercepted by the State Security Service of the GDR, Stasi for short. You can listen to private conversations between citizens of the GDR. This includes conversations with their relatives in West Germany, as well as calls to the Ministry for State Security. The Stasi secretly recorded these calls in the 1980s. They are now in part available to the general public within this art installation. In the interest of protecting the privacy of those affected by these recordings, the voices have been distorted and all personal information has been removed.

Nevertheless, these authentic and rare recordings are an impressive witness to what surveillance really means. Surveillance is not just data collection. This type of information says a lot about people's everyday lives. It's also subject to interpretation of the listener. We judge, we make assumptions, we assess. And even if we've never met the people whose voices we hear, we are suddenly, if just for a moment, taking part in the intimacy of their lives. These recordings have survived 30 years and have not lost their appeal. They are evidence to what happens when democracy no longer exists and espionage and suppression become a part of daily routine. And how does this translate to our situation today, where we share our private information, whether it's our shopping habits, fitness preferences or social circles, so extensively and so willingly? Will this information also outlive us and someday, somewhere, be made publicly available? 


Telephone surveillance in the GDR

In the GDR, only few households had a telephone. Even upon reunification, only about a fifth owned one. Although analog surveillance was an elaborate effort, it was a popular method with the Stasi for spying out opponents to the regime, members of the liberal civil movement and prospective emigrants. It was an open secret that telephone lines were being tapped. It therefore held true: One does not say anything on the phone.


The initiators

The installation is a collective project of the group ÜB3R. ÜB3R are Stefanie Kinsky and the brothers Pascal Wiedenmann and Paul F. Wiedenmann. Together they work on installations, designs, texts, campaigns, conceptual and performance art.





Information:
Gedenkstätte Hohenschönhausen Berlin
https://www.stiftung-hsh.de

Repetition of the exhibition:
on request


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